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Impressum auf Facebook- Landgericht Aschaffenburg fordert Unmögliches?

Das Landgericht Aschaffenburg (Aktenzeichen 2 HK O 54/11) hat in einer nun bekannt gewordenen Entscheidung bestätigt, dass auch gewerbliche Facebookseiten einer Impressumspflicht unterliegen.

Wie man auch den kostenlosen Checklisten für Webseiten entnehmen kann, gilt § 5 TMG IMMER für (zumindest auch) gewerbliche Webseiten. Zu betonen ist dabei auch das Wort „gewerblich“ – insofern ist jegliche Panikmache, dass „auch die Facebookprofile von Jugendlichen damit ein Abmahnungsrisiko bergen“ verfehlt. Es kommt nur auf die gewerbliche Tätigkeit an, rein private Seiten – und damit auch Facebookprofile – unterfallen NICHT der Impressumspflicht.

Problem nur: Wo soll man den Hinweis anbringen?

Das Gericht war der Ansicht, dass bei „Info“ die Angaben hinterlegt sein müssten. Insofern stellt sich hier das Problem, dass unter „Info“ in der Facebokseite selbst nur z.B. „Links“ und „Hobbies“ angegeben werden können. Demnach kann ein vollständiges Impressum schon mangels technischer Möglichkeiten durch den User hier nicht erstellt werden. Jedoch soll es ausreichend sein, auf eine Impressumsseite zu verlinken.

Daher meinte auch das Landgericht:

„Hier wird aber die Meinung vertreten, dass keine Notwendigkeit besteht, dass sich das Impressum unter der gleichen Domäne befindet, wie das angebotene Telemedium. Es sei auch zulässig, auf das Impressum der eigenen Website zu verlinken, (vgl. Micklitz/Schirmbacher, Spindler/Schuster, Recht der elektronischen Medien, 2. Auflage 2011, Randnr. 28 a zu § 5 Telemediengesetz).“

Meines Erachtens nach falsch ging das Landgericht jedoch weiter von Folgendem aus:

„Nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 Telemediengesetz müssen aber der Dienstanbieter mit Namen, Anschrift und bei juristischen Personen die Rechtsform sowie der Vertretungsberechtigte leicht erkennbar sein. Hier ist beim Facebook-Auftritt selbst, lediglich die Anschrift sowie die Telefonnummer sowie der Name, nicht aber die Gesellschaftsform und die Vertretungsberechtigten direkt erkennbar. Nach den Angaben des Geschäftsführers der Antragsgegnerin kam man über den Punkt „Info“ zur Webseite und damit zum Impressum. Die leichte Erkennbarkeit ist damit aber nicht gegeben. Nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 Telemediengesetz müssen aber der Dienstanbieter mit Namen, Anschrift und bei juristischen Personen die Rechtsform sowie der Vertretungsberechtigte leicht erkennbar sein. Hier ist beim Facebook-Auftritt selbst, lediglich die Anschrift sowie die Telefonnummer sowie der Name, nicht aber die Gesellschaftsform und die Vertretungsberechtigten direkt erkennbar. Nach den Angaben des Geschäftsführers der Antragsgegnerin kam man über den Punkt „Info“ zur Webseite und damit zum Impressum. Die leichte Erkennbarkeit ist damit aber nicht gegeben.

Im verhandelten Fall waren also nur Teile des Impressums auf der Facebookseite selbst erkennbar und die Angaben über die Gesellschaftsform nur über das weiter verlinkte Impressum. DAS würde so einer erforderlichen „leichten Erkennbarkeit“ nicht entsprechen. Das halte ich insofern für falsch, als das Landgericht einmal von einer grundsätzlichen Verlinkungsmöglichkeit spricht, dann jedoch die Unvollständigkeit im Profil selbst bemängelt.

Insgesamt muss jedoch auch der Link zum „externen“ Impressum reichen. Solange keine Möglichkeit besteht, dass in Facebookprofilen auch sämtliche Angaben nach § 5 TMG untergebracht werden können, kann eine Verlinkung der einzige Weg sein, der Impressumspflicht überhaupt nachzukommen.

Im vorliegenden Fall gab es jedoch noch eine weitere Besonderheit: Das Impressum, auf welches verlinkt wurde, bezog sich auf eine andere Firma, jedenfalls nicht auf den richtigen Betreiber des Facebookprofils. Insofern ist nachvollziehbar, dass dann das Gericht hier nicht von einer korrekten Impressumsangabe ausging. Was die Verlinkung jedoch angeht, so ist dies der einzige Weg überhaupt den Pflichtangaben nach § 5 TMG im Rahmen einer „leichten Erkennbarkeit“ nachzukommen. Insofern ist das Urteil zu kritisieren. Nicht zuletzt deshalb, da bei Facebook nicht einmal die Möglichkeit besteht, dass ein Link zu einem Impressum SO bezeichnet werden kann – es kann nur ein Link als solches gesetzt werden, eine Umbenennung zur Verdeutlichung „hier geht es zum Impressum und den Verantwortlichen auch dieses Webangebotes“ funktioniert nicht.

Beispiel: mein eigenes Profil:

Grundsätzlich sollte auch durch einen Link zu einem Impressum den Pflichtangaben einem Facebook-Profil genüge getan sein, weshalb hier davon ausgegangen wird, dass dieses Urteil so nicht haltbar sein wird bzw. sein kann.

 

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