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Foodies #1- Es wurde tatsächlich Klage erhoben – werden weitere folgen?

SO ist mir Essen auf jeden Fall lieber!Das wird spannend! Nachdem durch „Totally Sick Porn #1“ schon hier eine Abmahnung vorlag, deren Auskunftsbeschluss falsch war, hat die Kanzlei in einem anderen Fall für den gleichen Mandanten – in Sachen „Foodies #1“, ebenfalls aus der Reihe „Nahrungsmittelpornos“- nun Klage erhoben.

Diesseits wurden – abermals – die Auskunftsbeschlüss(e) des Landgerichts Köln eingesehen. Erschreckendes Ergebnis: Kein einziger Film stimmte mit dem angeblich „über eine Tauschbörse verbreiteten Film“ überein! Davon abgesehen, dass in der Abmahnung nur behauptet wurde „Sie haben den Film Foodies #1 am … um… in einer Tauschbörse verbreitet“, ohne dass dazu in der Abmahnung ein Hashwert benannt wurde.

(Auszug aus der Klageerwiderung)

„Die Beklagtenvertreterin verlangte Akteneinsicht beim Landgericht Köln bezüglich des hier streitgegenständlichen Auskunftsbeschlusses zum Aktenzeichen xxx O xx/11. (…)

Als Ergebnis der Einsichtnahme stellte sich heraus, dass

– ein Film Namens „Foodies #1“ hier nicht in Tauschbörsen untersucht wurde und
– gleichfalls, dass statt dessen offenkundig andere Pornofilme „beweissicher dokumentiert wurden“,
– diese jedoch auch nicht durch fehlerhafte Umbenennung dem Film „Foodies #1“ entsprechen können, da sie teilweise schon über sechs Jahre alt sind, andere Laufspielzeiten haben und auch andere Inhalte haben.

(…)

In der Beiakte (PDF xxx O xx-11 Teil 3) wird durch den Kläger an Eides statt versichert, dass der Film „Foodies #1“ durch ihn am 02.10.2010 erstmalig veröffentlicht worden sei. Der Film „Foodies #1“ kann dementsprechend erst ab diesem Zeitpunkt im Internet verfügbar gewesen sein.

(nachstehend Screenshot der EV des Klägers aus der Akte xxx O xx/11)

Der Film „Foodies #1“ ist nach Auskunft des Klägers ein „Nahrungsmittelporno“, in dem sich nackte Damen mit Nahrung einreiben. Der nachstehende Screenshot stammt von der in der EV des Klägers benannten Seite, welche als einzige Seite im Internet zumindest Screenshots vom Film enthält. Nicht einmal als Suchtreffer auf Google kann der Film „Foodies #1“ (angebliche Laufzeit 19 min) sonst gefunden werden:

Um den Film des Klägers „Foodies #1“ von Oktober 2010 geht es jedoch in den „beweissicheren Ermittlungsergebnissen“ der Firma Loogberry nicht:

(…) Der Beklagte wird angeblich dadurch „beweissicher“ überführt, dass in der Anlage AST 1 zum Auskunftsbeschluss seine IP wie folgt zugeordnet wurde:
(…)
Dabei wird jedoch auch kein Bezug auf einen Hashwert genommen, sondern nur eine .avi-Datei benannt. Die Tatsache, dass der angebliche „IT-Experte“ einige Seiten später in einer anderen Liste den .avi-Dateinamen in Verbindung bringt mit einem Hashwert, hat daher keinerlei Beweiskraft. Ein Dateiname kann beliebig umbenannt werden, nur ein Hashwert führt jedoch immer zu einer eindeutigen Identifikation. Damit ist durch die reine .avi-Bezeichnung mit Zuordnung zu einer IP-Adresse schon kein Beweis für eine angebliche Urheberrechtsverletzung durch den Beklagten erbracht.

b) Die nicht den IP-Adressen zugeordneten Hashwerte führen zu Filmen, die einen anderen Inhalt als der streitgegenständliche „Foodies #1“ haben, bzw größtenteils viel früher veröffentlicht wurden und andere Laufzeiten aufweisen.
Der eidesstattlichen Versicherung des Technikers, der angeblich die Downloads/Uploads dokumentierte, wurde folgende Tabelle beigefügt:

(…)

Im Falle des Beklagten handelt es sich um einen Film namens „gtyu787.avi“, der jedoch nach der Bezeichnung und nach dem Hashwert zu einem Film mit dem klingenden Namen:„Geständnisse einer perverse Nonne“ führt :
(…)

Wie man der genaueren Beschreibung des zweiten Screenshots entnehmen kann, handelt es sich um einen Porno, der 1:33:27 min Laufzeit haben soll und bereits am 27.02.2006 veröffentlicht wurde.

Angesichts dessen, dass der Kläger selbst an Eides statt versichert, dass er seinen Film „Foodies #1“ – Laufzeit von nur 19 Minuten – erst im Oktober 2010 erstmals im Internet veröffentlicht hat, hätten ihm als auch dem Klägervertreter, der sich selbst auf seiner Seite als Experte bezeichnet, hier Unstimmigkeiten auffallen müssen. Insbesondere dem Techniker, der an Eides statt versichert, dass er mit Hilfe von Stichproben kontrolliert habe, dass es sich um „Foodies #1“ gehandelt hätte“. Es kann kaum offenkundiger sein, dass der angeblich vom Beklagten heruntergeladene / geteilte Film ein völlig anderer sein soll, als der vom Kläger behauptete!

Zur Verdeutlichung und zum Nachweis, dass es sich hier nicht um einen einmaligen „Ausreißer“ handelt, wurden sämtliche Angaben der eidesstattlichen Versicherung des Technikers überprüft und tabellarisch zusammengefasst. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass kein einziger Film, weder Bezeichnung noch Hashwert, mit dem angeblich streitgegenständlichen „Foodies #1“ übereinstimmt. Auch sind sämtliche Veröffentlichungsdaten meist vor Oktober 2010.

(…) [Tabelle]

Damit ist nachgewiesen, dass sämtliche hier angeblich als heruntergeladen/geteilt angeblich ermittelten Filme NICHT DER DATEI/dem Film ENTSPRECHEN, den der Kläger für sich behauptet, Rechte innezuhaben.

3) Darüber hinaus ist verwunderlich, dass selbst der IT-Experte keine Auskunft darüber gibt, in angeblich welchem „Bittorrent-Netzwerk“ er die angeblichen Tathandlungen beobachtet haben will. Gleichfalls nicht nachvollziehbar ist dessen die Ausführung, er habe anhand von Stichproben überprüft, dass die Dateien den streitgegenständlichen Film beinhalten.Zitat aus der EV des Technikers:
(…)

Das Fehlen von zur sexuellen Stimulation zweckentfremdeten Nahrungsmitteln hätte dem Techniker auch bei oberflächlichster Prüfung, unbeschadet einer im Laufe der Zeit eingetretenen Abstumpfung, auffallen müssen. Hätte der Techniker – wie vorstehend an Eides statt versichert – wirklich Stichproben gemacht, wären ihm zumindest andere Filmlaufzeiten aufgefallen, andere Inhalte, andere Dateinamen, andere Veröffentlichungsdaten sowie die Abwesenheit von in die Handlung integriertem Obst, Gemüse und Süßwaren. Angesichts der völlig anderen Inhalte hätten bei richtiger Überprüfung wie vom Techniker behauptet, solche Fehler niemals auftreten können. Was die Software der Firma Loogberry ermittelt, ist nicht nachvollziehbar. Fakt ist, dass die Ergebnisse falsch und so nicht verwertbar sind.“

 

Ich bin gespannt, wie das weitergeht!

Ich kann nur jedem raten, im Falle einer Abmahnung einen Anwalt seines Vertrauen mit einer Akteneinsicht des vollständigen Auskunftsbeschlusses zu beauftragen und insbesondere die Beiakte mit den Datenblättern sichten zu lassen!

 

Jedenfalls gibt sich die Kanzlei aus Kiel kämpferisch und hat in einem weiteren Abmahnungsfall sogar gleich mit Klage gedroht – was an uns jedoch abprallte:
In einem weiteren hier vorliegenden Abmahnungfall für die Apollo Filmproduktions GmbH sollte der Film „Geile Mädchen blasen gerne“  abgemahnt werden. Es wurde zwar nun ein Hashwert angegeben, der war jedoch (auch) schon falsch. Jener führte zu einem Film, der sich mit dem klangvollen Namen „Jung und Naiv“ schmückt – ich brauche nicht zu erwähnen, dass auch hier Dateigröße und Laufzeit ebenfalls völlig unterschiedlich sind.

Der Kanzlei aus Kiel wurde daher geantwortet, dass eine modifizierte UE schon deshalb nicht abgegeben würde, da es sich schon ausweislich der Abmahnung offensichtlich um ein Versehen handeln müsse und es wurde daher der vollständige Auskunftsbeschluss zum angeblichen Vorgang verlangt. Der wurde nicht vorgelegt – Stattdessen kam die schon fast als pampig anmutende Antwort „dass festgestellt wird, dass die außergerichtlichen Einigungsversuche damit gescheitert seien und daher nun geklagt würde“.

Die abmahnende Kanzlei aus Kiel wurde darauf hingewiesen, dass nach aktueller Rechtsprechung des OLG Düsseldorf diese Abmahnung wohl einer „völlig unbrauchbaren anwaltlichen Leistung“ entspreche und wir dann einer Klage entgegensehen. Könnte also sein, dass auch hier demnächst ein Verfahren laufen wird. Allerdings bin ich auch hier wieder auf die Auskunftsbeschlüsse gespannt.

 

Ich glaube, ich werde der „Bild der Frau“ demnächst eine „Nahrungsmittelporno-Diät“ exklusiv anbieten… ich kann das Gematsche mit Essen nicht mehr sehen!

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    6 Kommentare
    1. noyse / 27 Feb 2012

      Mich würde mal interessieren inwiefern die (für mich aus dem text so gesehene) offensichtlich falsch abgegebene eidesstattliche Erklärung strafrechtliche Konsequenzen mit sich zieht.

    2. Pingback: Lutz Schröder neuer Abmahnanwalt - Seite 11 - netzwelt.de Forum

    3. Gast / 03 Apr 2012

      Gibt es Neuigkeiten? Verhandlung? Termin?

    4. Gastuser / 20 Jan 2013

      Hallo Frau Neubauer,
      nach Ihrem amüsanten Bericht über die eingereichte Klage der Kanzlei Schröder und Ihre Klageerwiderung ist der geneigte Leser natürlich am Ausgang dieses Verfahrens interessiert. Können/dürfen Sie uns Einzelheiten mitteilen? Läuft der Prozess noch?

    5. WhoCares / 15 Feb 2013

      Die Peinlichkeiten gehen weiter. Schröder erhebt aufgrund „beweissicher Ermittlungen“ seitens Lügberry Klage im Auftrag von Kevin McLeod. Das selbe Schema wie von Frau Neubauer beschrieben: Keine Hashes im Datensatz- 10 verschiedene Dateien. Lustigerweise wurden alle xyzgaga.avi vom der selben Person hochgeladen. Ein Dateiname in seiner History führte mich via Google zu diesem Blog. Der Bursche scheint sich auf Schröders Clientel spezialisiert zu haben, oder war es vielleicht . . . ? Mühevolles durchwühlen von Whois Einträgen führten zu einen amerikanischen Server mit 6 Pornoseiten, die Schröders komplette Clientel beherbergen.
      Sollten sie, Frau Neubauer, weiteres Material benötigen, teile ich meine Ergebnisse gerne nit ihnen.

    6. Mtze / 28 Mrz 2013

      Vielleicht sollten Sie mal wieder ein paar Beiträge freigeben!? Der Rechteinhaber Paul Elcombe samt RA Schröder hat mit „Foodies“ gerade eine krachende Niederlage vorm AG München erlitten, siehe hier: http://www.wbs-law.de/abmahnung-filesharing/abmahnkanzleien/abmahnung-rechtsanwalt-lutz-schroeder/ag-munchen-filesharing-klage-wegen-fehlerhafter-beweisfuhrung-abgewiesen-37993/

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