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…"geschnitten oder am Stück?" – Anwaltskanzleien werden scheibchenweise verkauft

Was wie der Anfang eines schlechten Anwaltswitzes klingt, wurde unter dem Titel "Selling pieces of law firms to investors" sehr ernst gemeint von der New York Times beschrieben, auch wenn diese - sehr untypisch für deren Berichterstattung - spaßeshalber das Bild von einem Einkauf bei Walmarkt zeichnet "ja, und dann nehm ich noch von dem Anwalt".

Der Witz ist jedoch schon Wirklichkeit!  

Ungeprüftes Masseninkasso macht Anwalt gewerbesteuerpflichtig

Wie die Kanzlei Dr. Schmitz  und Partner mitteilt, hat das Niedersächsische Finanzgericht in seiner Entscheidung vom 15.09.2011 – 14 K 312/09 - klargestellt, dass anwaltliches Masseninkasso dazu führt, dass die anwaltliche Tätigkeit gewerbesteuerpflichtig wird. Gegenstand der Entscheidung war ein Anwalt, der sogenanntes Volumeninkasso betreibt, sprich: Masseninkasso. Dies sind z.B. die Rechtsanwälte, die in automatisierten Schreiben mit angehängtem Überweisungsträger Forderungen bei den Schuldnern geltend machen. Das Finanzgericht ist der Ansicht, dass, wenn ein Anwalt massenhaft in diesem Sinne arbeite und nicht jede Forderung auf deren Rechtmäßigkeit prüft, diese Tätigkeit gewerbesteuerpflichtig ist. Eine bittere Pille für alle Anwälte, die eben standardisiert und massenweise nur Inkassoschreiben verschicken, denn anwaltliche Umsätze sind nicht gewerbesteuerpflichtig. Dies hatte das Finanzgericht nun angenommen, da der Anwalt im Schwerpunkt im gewerbesteuerpflichtigen Bereich als Inkassodienstleister tätig war. Daher insbesondere, da die anwaltliche Prüfung der Forderung unterblieb. Standardisiert ablaufende Verfahren sind nun getrennt zu erfassen und unterliegen der Gewerbesteuerpflicht. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Urteil rechtskräftig wird - bekannte Anwälte, die ausschließlich Forderungen im Namen von Internetabzockern eintreiben, würden so klar Einbußen erleiden. Vielleicht würde sogar (hoffentlich) sich deren Geschäftsmodell nicht mehr rechnen.

Wenn aus "Herr" zufällig "Frau" wird, ist das keine Ehrverletzung!

In Zeiten wie heute sollte man meinen, dass Gleichstellung selbstverständlich ist. Als Anwalt sollte man aber besonders gut aufpassen, wenn man/frau eine männliche oder weibliche Anrede formuliert. Denn es gibt Männer, die fühlen sich beleidigt, wenn sie mit "Frau" angeredet werden. Auch wenn das nur aus Versehen passiert. Eine Behörde als Gegner, gezeichnet sind die Schreiben meist von einer Dame "Frau Dr. Haumichblau" und meist wird das Schreiben gegengezeichnet von einer SachbearbeiterIN. Leider war mir entgangen, dass DIESMAL ein Herr gegengezeichnet hatte. Allerdings konnte man das auch nicht dem Schreiben entnehmen, da im Kürzel oben unter "Sachbearbeiter" nur " Bearb. durch 4711" stand, was weder Rückschluss auf die Person noch das Geschlecht zulies. Also ich munter - wie schon zuvor bei anderen GegegzeichneINNEN- geantwortet "Sehr geehrte Frau Dr. Haumichblau, sehr geehrte Frau Müller". HERR Müller hatte sich dann bei der Anwaltskammer Köln über mich beschwert. Es sei eine Ehrverletzung! Im gegnerischen Schriftsatz ans Gericht in besagtem Fall wurde nun (Umfang etwa 1/3 der gesamten Erwiderung) sogar darauf Bezug genommen. Es sei eine Beleidigung! ...und ich hätte dies absichtlich gemacht, um ihn zu diskriminieren. Ihn mit "Frau" zu bezeichnen, sei eine Unverschämtheit. Und daher haben wir die Frau Neubauer nun bei der Kammer angezeigt, das ist schon strafrechtlich relevant. Gut, ich muss gestehen, dass mein Formulierungsstil im Einzelfall schon "einmal etwas schärfer sein kann", so dass die Metaphorik grenzwertig ist - aber es ist dem Anwalt ja auch gestattet, dann deutliche Worte für das zu finden, was die Gegenseite zu verniedlichen versucht. Die Anwaltskammer schickte mir ihr Antwortschreiben an die Behörde nur "zur Kenntnisnahme". Nein, es sei grundsätzlich keine Beleidigung, wenn aus "Herr Müller" "Frau Müller" werde. Die Kammer hätte allerdings auch selbst Probleme gehabt, den Autor als Mann zu identifizieren, schließlich ergebe sich das nicht aus der Absenderbezeichnung und auch nicht der Kennziffer. Im übrigen sei der Formulierungsstil zwar scharf, aber da in der Sache "mit harten Bandagen gekämpft werde", müsse eine Behörde auch mal einstecken können. Rumms! Der Vorsitzende wird sich freuen, wenn ich bezüglich dieses Teils der Erwiderung der Behörde simpel auf die Kopie der Einstellung seitens der Kammer Köln verweisen kann. ...und wehe, es schreibt mich nochmals ein Gericht mit "sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Neubauer" an. Anja kommt aus dem Althebräischen und steht für "ich jogge nicht, ich laufe Amok".


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